100 Ticks in DS - ein ernüchterndes Fazit

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FunAndEngaging
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100 Ticks in DS - ein ernüchterndes Fazit

Beitrag von FunAndEngaging » Di Jan 26, 2021 12:59 am

Warnung: Unstrukturierter Rant. Enthält viel Frust und schlechte Laune bei nur wenig konstruktiver Kritik. Ich hab stellenweise versucht die Dinge positiv zu sehen, aber irgendwo ist eine Grenze erreicht.

*ahem*

Ich bin jetzt seit zwei Wochen dabei und habe inzwischen ein paar der Gründe gesehen, warum so ein einzigartiges Spiel wie DS so wenige Spieler hat.

Und wenn ich sage "ein paar" meine ich "genug um jeden zu Neuanfänger zu vergraulen der nicht absolut wahnsinnig ist".

Natürlich sind viele dieser Probleme den "Alten" und auch dem Team bewusst. Nur leider ist das ein schwacher Trost für diejenigen, die sich hier Anmelden in der Hoffnung am Ende irgendwie Spaß zu haben.

Manche der Probleme bestehen fort, weil schlicht keine Kapazität im Entwicklerteam für eine Lösung da ist.
Andere wiederum betreffen das Grundkonzept des Spiels und sind der Kernspielerschaft entweder nicht bewusst oder werden von ihnen verdrängt.

Der Gesamteindruck des Spiels in den ersten Wochen ist leider (trotz extremer Starthilfe durch Mitspieler!) katastrophal: Man klickt sich jeden Tag mehrmals durch die selben Menüs und fragt sich "wann fängt das Spiel an interessant zu werden?".

Jeder Mensch hat seinen eigenen Geduldsfaden, der bestimmt wie lange er sich mit einem Spiel wie DS abgibt bevor es Spaß machen *muss*. Bei Kindern der aktuellen Generation ist er kürzer, bei pathologischen MMO-Grindern länger.

Early-game DS kombiniert Grind eines MMOs mit dem Skill Floor von Dwarf Fortress. Man muss mehrere Wochen an RL-Zeit und etliche Stunden ingame aufwenden, um... ja wozu denn eigentlich? Um die Galaxis zu erobern? Um auf der hinten links versteckten Ranking-Liste ganz vorne zu stehen? Um sich in den "richtigen" Grind für LP zu stürzen?

Das einzig interessanten Interaktionen die ich bisher hatte waren mit NPCs - der Recon-Quest war tatsächlich eine Motivation zum Spielen (weil es ein ZIEL gab), und der Piratenangriff war eine gute Einführung ins Kampfsystem.
Aber man kann sich nicht darauf verlassen von den NPCs unterhalten zu werden, dafür ist ihre Aktivität zu sporadisch (was wohl daran liegt dass sie wie Handpuppen von Freiwilligen aus der Spielerschaft gesteuert werden müssen).

Interaktion mit anderen Spielern? Beschränkt sich auf überbordende Aufbauhilfen von Altspielern, was förmlich schreit "Bitte geh nicht! Wir brauchen Frischfleisch!".
Aber man hat keine Gleichaltrigen zum Spielen.
Niemanden in der Nachbarschaft der auch gerade im Aufbau ist, niemand zum handeln oder zum bekriegen.

Aber hey, es gibt ja auch keinen Grund zum handeln oder zum bekriegen in diesem Entwicklungsstadium.
Am Ende gibt nichts zu tun außer etliche Stunden in den Aufbau der zu investieren weil die netten Leute im Discord hoch und heilig versprechen, dass man den Spaß am Spiel schon noch entdecken wird... Irgendwann... In ein paar Wochen...

*lufthol*

Lasst es mich mal die Eindrücke chronologisch schildern:

Ich habe schon vor Ewigkeiten von DS gehört und bin nur aus Zufall Anfang des Jahres wieder darauf gestoßen (Neuen PC aufgesetzt -> Alte Lieblingsspiele neu installiert, u.a. FreeSpace Open -> In der Modliste einen gesehen der auf www.freespacegalaxy.de entstanden ist -> dort wieder angemeldet und gesehen dass die deutsche FS-Community noch aus ca. 3 Leuten besteht -> nach DS geschaut, da dort angeblich schon damals immer mehr los war -> Huch, das existiert ja auch noch).

Ich hatte aus den Beschreibungen von Anno 2010 auch eine grobe Vorstellung was mich erwarten würde - Open Source Spiel, Fortsetzung von Freespace, paar hundert Spieler (teilweise ~~toxic~~), rundenbasiert, mit starken Roleplay-Elementen. IRC ist der Community-Treffpunkt.

Erster Eindruck von der Startseite: Letzte News-Meldung ist nur einen Monat alt und erzählt von einem Event - sehr gut, das zeigt dass das Spiel keine Leiche ist.

Schnell vor der Anmeldung noch dem Discord-Kanal beigetreten (was der Durchschnittsneuling vllt. nicht unbedingt tun wird) - wirkt auch sehr gut, dass moderne Kommunikationsmittel genutzt werden. Das zeigt dass man mit der Zeit geht.

Dann der erste Rückschlag: Meine Einrichtungs-Mail kommt nicht an - das ist sehr schlecht wenn es häufig auftritt (lt. Warg wohl der Fall) - nicht jeder macht sich die Mühe jetzt auf dem Discord-Kanal nachzufragen.

=> Solche Problem sollten auf jeden Fall ernstgenommen werden. Könnt ihr sagen wie Leute sich angemeldet haben, aber dann keine Mail im Posteingang fanden und weitergezogen sind?

Ich wette es war mehr als einer.

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Einen Tag später hat Madison mir dann mein Passwort durchgegeben und ich konnte mich durch das Tutorial klicken.

Dieses war etwas unhandlich da es nur auf der Übersicht angezeigt wurde - eine Box in der Ecke wäre hier schöner und flexibler, ist aber auch kein Beinbruch so wie es ist.
Problematischer ist eher dass das gegen Ende einen Wall of Text an den Kopf geworfen bekommt - auch hier wird so mancher Neuling sagen "WTF? Soll ich das jetzt alles lesen? Ich will Spaß haben!"

Aber in den ersten Wochen gibt es keinen Spaß. Man expandandiert stumpf isoliert vor sich her. Wenn man mutig ist kann man seine beiden Faustus etwas durch die Gegend schicken und erfreut feststellen, dass die meisten Nachbarn es nichtmal weit genug geschafft haben um sich einen Spielernamen zu geben. Wer nicht genau hinschaut und zufällig eine Flotte bei der Durchreise erblickt könnte sogar glauben, allein im Weltall zu sein.

DS ist in diesem Account-Stadium praktisch Singleplayer. Du interagierst nicht mit anderen Spielern. (Dinge von Leuten geschenkt kriegen die genauso gut Gott sein könnten ist keine Interaktion. Es ist ein passiver Akt).
In diesen kritischen ersten Stunden wird nichts geboten außer "Warte auf den Tick und bau vllt. mal ein paar Gebäude. Und danach wieder. Und wieder. Hin und wieder einen Kolonizer. Für die nächsten zwei Wochen."

Es gibt keinen Auto-generierten Einstiegsquest. Keine Lernkurve, wenn man es mal von der obligatorischen Begegnung mit dem Nahrungssystem absieht. Kein Erlebnis von "Heilige Scheisse gibt es hier viele interessante Dinge, da muss ich glatt morgen wiederkommen um mir alles genauer anzusehen".

Potential wäre da. Eine kleiner Auto-Generierter Quest nach dem Motto "finde ein verlorenes Schiff in dieser Gegend, schau nach was mit der Crew passiert ist, finde und eliminiere den einsamen Piraten mit dieser kleinen Flotte hier."

Im jetzigen Zustand sieht man sich innerhalb kürzester Zeit mit existenziellen Fragen konfrontiert ("Warum das alles?"). Man arbeitet ohne Ziel.

DS taugt nichts als Singleplayer-Erlebnis und hat nicht die Spielerzahl*) um Multiplayer zu sein

*) Auf der selben Existenzebene wie der Neuling. Aus den Belangen der Götter mit ihren Schlachtflotten hält sich der vernunftbegabte Spieler raus, da gibt es nix zu gewinnen. Wirklich.
Selbst wenn ihm jemand eine Flotte schenkt und sagt "komm geh dich mit dem da drüben kloppen, dir passiert nichts!" wird er denken dass ihm irgendein Griefer gerade eine Falle stellt. Oder dass die anderen *echt* verzweifelt sind wenn sie schon Flotten verschenken.

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DS hat, so wie ich das sehe, keine echte Zielgruppe.
  • Für Casual-Gamer ist es nichts, aus den oben beschriebenen Gründen. Es gibt keine Belohnung, kein Erfolgsgefühl, kein nichts während der ersten Wochen. Stattdessen man eine komplexes Spielprinzip vorgesetzt (Wie ging das jetzt alles nochmal? Warum kann mein Frachter nicht mehr fliegen? Was ist RE? Warum produziert der Verbesserte Erzverarbeiter nichts? Nachlesen ist mir zuviel Aufwand, fuck this, i'm out.)

    Selbst wenn so jemand die ersten 10 Minuten überlebt und sich vielleicht sogar ein zweites mal einloggt, stellen sich bald die großen Fragen: Was ist das Ziel des Spiels? Wo ist die Highscore-Liste? Wieviel Flotte brauch ich?

    Die Antworten auf diese Fragen müssten auf der Hand liegen oder zumindest ganz einfach zu finden sein (Tooltip). Ein Casual Gamer wird niemals freiwillig im Wiki etwas nachlesen - die Zeit könnte er auch nutzen um in einem anderen Spiel das er schon kennt Spaß zu haben.
  • Deutschsprachige Freespace-Nostalgiker sind selten geworden. Es ist einfach ein 20 Jahre alter Nischentitel. Hier kenne ich drei Gründe warum die Leute nicht DS spielen:
    • 1. Es ist ein komplett anderes Genre (SpaceSim vs. Browsergame)
    • 2. Erhebliche Abweichungen vom Freespace-Lore (oft aus gutem Grund - Stichwort Sprungantrieb - aber im ersten Moment ists halt auch ein Dämpfer für eingefleischte Fans des Settings)
    • 3. DS war zumindest in meinen Kreisen gut bekannt - hatte aber auch einen schlechten Ruf als toxisches Game, in dem man um 4 Uhr nachts aus reiner Gehässigkeit ausgebombt wird. Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen aus dem Jahr 2021, aber der Eindruck ist womöglich bei anderen hängen geblieben.
    Leider habe sehe ich hier kein Potential zur Verbesserung, wenn man es mal von einer Übersetzung ins Englische absieht - auf HLP scheint das Konzept von DS ja ein positives Echo gefunden zu haben.
    Aber selbst wenn sich der bunte Haufen von dort anmeldet stellt sich auch ihnen bald die Frage: Was ist das Ziel von DS? Roleplay fällt hier wegen der Sprachbarriere weg, sofern man nicht gerade ein multilinguales Comnet einführen will.
  • Powergamer... Zu meiner Zeit gab es bei Die Stämme und Konsorten noch solche, die jedes bisschen ihrer Freizeit in das Game investiert haben, um mit ihrem Clan die Weltherrschaft an sich zu reißen. Ich nehme an dass dieser Typus in den modernen Mobile- und Facebook-Games immer noch grassiert.
    Solche Spieler brauchen aber jemanden, mit dem sie sich ohne Rücksicht auf Verluste kloppen können *und* dabei eine realistische Siegesschance haben.

    Schauen wir uns mal die Angriffsziele in DS an:
    1. NPCs - Ungleicher Kampf, du gewinnst nur weil der Mann hinter dem Vorhang dich lässt. Spaß macht das nicht, es dient höchstens als Mittel zum Zweck (wenn man sich durch den Fraktions-Shop Vorteile fürs PvP verspricht... Momentan eher fragwürdig bei den Preisen)
    2. andere Neusiedler, die im Namen des Bergbaus den Noob-Schutz aufgegeben haben. Diese lassen sich wahrscheinlich ohne weiteres mit einer einzelnen Fenris überfahren. Endresultat: Opfer ist frustriert bis ruiniert, Angreifer hat nix gewonnen, Altspieler holen den Knüppel bevor der Powergamer alle Neulinge vertreibt.
    3. Altspieler oder gar Allianzen: Selbst wenn der Powergamer genug Freunde mitbringt um zahlenmäßig mitzuhalten *und* lange genug friedlich bleibt um alle seine Freunde mit einer vollen Flotte zu versehen - die Chancen stehen gut dass er irgendeinen kritischen Fehler macht (z.B. die falsche Sorte Offizier auszubilden). Das KS ist schlicht nicht einsteigerfreundlich und wird es auch nicht sein, solange kleine Details so verflucht wichtig sind und die exakten Meta-Builds nicht ausführlich im Wiki beschrieben sind
      (FYI: Anleitung zum Bau einer Meta-Flotte >> Formeln zum Kampfsystem - diese braucht man erst, wenn man selber die Meta bestimmen will).
    Grundsätzlich führen solche Spieler Vernichtungskriege. Gesetztes Ziel ist, die nervigste Top-Ally komplett in die Steinzeit zu bomben und sich falls möglich alle Besitztümer einzuverleiben.
    Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass unsere beiden großen PvP-Allys im Angesicht einer solchen Bedrohung alles einsetzen werden um sich zu verteidigen und wahrscheinlich letztendlich gewinnen.
    Entweder werden die Powergamer aus dem Spiel gebombt, oder sie werden aus Gnade am Leben gelassen - und gehen dann vor lauter Ekel von selbst.
    Auch noch ein Punkt: Viele der alten Spieler sind nebenbei noch NPC - da ist Ärger vorprogrammiert wenns aufs Ganze geht. Zumindest der Pirat scheint gewisse ESP-Fähigkeiten zu haben, und wie will man als Altspieler bitte nachweisen dass man erstens a) nicht der Pirat ist und b) nicht auf die Sternenkarte des Piraten geschaut hat um die schleichende Flotte im Nebel zu finden?
  • Rollenspieler sind da schon interessanter, vor allem da mir auch kein anderes Spiel - auch kein 'richtiges' RPG - bekannt ist in dem jeder eine interstellare Nation kontrollieren darf. Ich denke hier hat DS aktuell das meiste Potential, und man sollte gezielt in solchen Communities rekrutieren.
    Für solche Spieler sehe ich tatsächlich nur zwei große Hürden im Spiel:
    1. Zu wenig Interaktion mit anderen Spielern - soweit es mich betrifft ist mein nächster RPG-aktiver Nachbar Ole, und der ist 200 Felder entfernt. Die meisten Spieler hausen in irgendwelchen Systemen am Arsch der Galaxis hinter versteckten Jumpnodes und könnten genausogut unsichtbar sein. Das kann man freilich nicht mehr ungeschehen machen, außer wirklich durch zwei dutzend neue aktive Spieler IN ETA NEBULAR. Da bestünde dann auch eine Chance, dass mal einer Zeit und Lust hat was gemeinsam sich auszudenken.
      Bis dahin wäre folgende Krücke denkbar: LP-Belohnungen fürs RP - für interessante Geschichten und Aktionen, vor allem wenn Sie andere Spieler mit einbeziehen. Somit könnte man die NPC-Spieler auch etwas aus der Rolle der Alleinunterhalter für die Spielerschaft befreien und den Fokus mehr auf die Spieler legen (Spieler macht auf eigene Faust ne Quest -> LP für Auftraggeber und erfüller, wenns RP gut ist).
      Wenn tatsächlich mal mehr Spieler da wären hätte das auch noch den Nebeneffekt, dass es mehr Publikum gibt - das steigert die Motivation zum schreiben hochwertiger Beiträge.
    2. Die Flottengrößen und resultierenden extremen Verlustraten für Kriegsschiffe passen imo nicht zum restlichen Setting. Da hat sich ja noch nie eine sinnvolle Lösung gefunden, aber vllt. schaffts ja mein Vorschlag mit der Rückzugsschance ins KS-Rework hinein.
  • Aufbau-Spieler und Wirtschafts-MinMaxer: Kolonieplanung ist interessant, wenn auch ausbaufähig.
    Problem hier ist dass der Spaß nicht lange anhält, ich hatte nach wenigen Tagen meine 500 Felder kolonisiert und mit dem Asteroidenplaner alle meine Ausbauphasen durchgeplant. Das Ende ist absehbar - dann läuft die Produktion optimal.
    Aber was dann? Ich darf nicht weiter expandieren, meine Bedürfnisse werden sich nicht oft ändern und ohne GTU-Rework wird sich auch nie etwas anderes als Xentroniumherstellung lohnen, sofern ich nicht gerade eigene Werften betreiben will. Es wird nach wenigen Wochen öde, und sofern sich kein anderer Spielstil findet wird man binnen kürzester Zeit weiterziehen.
Zum Vergleich, folgende fortgeschrittene Spielstile habe ich bisher gesehen - diese sind aber allesamt nichts für Neulinge:
  • PvP-Ally-Member (benötigt gutes Auskommen mit bestehenden Mitgliedern der einen(!) PvP-Allianz pro Rasse, eine brauchbare Flotte und eine umfassende KS-Ausbildung. Und ein dickes Fell, wenns mal schlecht läuft)
  • PvE-Grinder (Baut oder kauft Unmengen an Schiffen und wirft sie dann einem NPC an den Kopf, der im Zweifel nicht mal richtig zurückkämpfen kann. Und es dauert wohl Jahre die Top-Ränge zu erreichen. Anreiz scheint hier eher wirtschaftlich zu sein, weil man meint die Top-Items teuer zu verkaufen?)
  • Sammler (lebt von seiner Eitelkeit und läuft Gefahr, eines Tages alles zu haben oder alles zu verlieren - beides Gründe zum Aufhören)
  • Händler (benötigt voll ausgereifte Wirtschaft und bestenfalls Baupläne. Muss mehr Geld verdienen als jemand der stumpf Xentronium herstellt, und muss dann auch noch etwas finden wofür er sein Geld ausgeben kann - cf. Sammler)
Letztendlich ist natürlich jeder ein einzigartiger Hybrid :)

Aber ich hatte in den letzten zwei Wochen echt das Gefühl, dass den Vertretern der letzten drei Stile nicht ganz bewusst ist, wie *uninteressant* DS für Neulinge eigentlich ist - und das nicht etwa beim ersten Eindruck sondern über Wochen.

Da helfen auch keine Durchhalteparolen wie "warte doch erstmal bis du deine erste Schlacht geschlagen hast" - allein um mal eine handvoll Kreuzer bauen zu können ist eine initiale Investition von mehreren zig Stunden in das Spiel nötig, plus die Zeit um ein Ziel zu finden - erst Tagelang nach Rho fliegen, dann eine kleine aber nicht zu kleine NPC-Flotte finden, dann draufschießen und hoffen, dass es dafür viele LP gibt - ist nämlich komplett intransparent das System.

Soviel Geduld hat kein gesunder Mensch - und ein ungesunder Mensch findet in Dwarf Fortress oder EVE ein interessanteres Spiel.

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Der Zehn-Punkte-Plan - die kackdreisten Forderungen eines Außenseiters

Was DS dringend benötigt um zu wachsen, nach Priorität sortiert:
  1. Das Problem mit der initialen Mail muss unbedingt gefixt werden
  2. Radikales Ausdünnen von Accountleichen im frühen Entwicklungsstadium - diese wirken sehr demotivierend auf ihre lebendigen Nachbarn und haben de facto keinen Wert (keine Anmeldung erfolgt? Löschen nach 24h. Inaktiv nach dem ersten Tag? Löschen nach 2 Wochen).
  3. Der Tech Tree muss überarbeitet werden - aktuell ist Kriegsmaterial tendenziell viel zu weit hinten, und verbesserte Wirtschaftsgebäude zu weit vorne.
  4. Es muss automatisch generierter PvE-Content her, um die Neuankömmlinge bei Laune zu halten. Dieser muss so umfassend und abwechslungsreich sein, dass er genau dann langweilig wird wenn man reif für die aktuellen Spielinhalte (PvP, Handel, NPC-Flotten verkloppen) ist.
  5. GCP-Schutz sollte vorerst weg, da unnötig bis kontraproduktiv. Wer zum ersten mal angegriffen wird kann stattdessen einen fetten Hinweis auf die Existenz des Notrufkanals kriegen.
  6. Tutorial von der Übersicht in Einblendungen verfrachten & weniger linear gestalten (Jeweils Seitenpezifischer Tutorial-Text wird angezeigt bis er einmal weggeklickt wird. Über Hilfe-Button in der Leiste oben lässt sich dieser jederzeit wieder anzeigen.
  7. NPC-Fokus auf das Anstiften von Spielerinteraktion (wofür mehr Zeit sein sollte dank Punkt 4)
  8. Gezielte, höfliche Vorstellung des Spiels/Werbung - Bei der genau klar gemacht wird das DS bietet und was nicht.
  9. KS-Rework (in Arbeit)
  10. Economy-Rework (Gebäude & GTU - Xentronium darf nicht die Antwort auf alles sein..)
Ich für meinen Teile werde meine Ingame-Aktivität minimieren und stattdessen diese Punkte weiter ausarbeiten. Wenns sein muss schreib ich auch den Code dazu - macht alles mehr Spaß als dahinzusiechen in einem Game mit unendlich viel Potential, aber ständig fallenden Spielerzahlen...

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Re: 100 Ticks in DS

Beitrag von Warg » Di Jan 26, 2021 10:44 am

Danke für diese starke Rückmeldung. Gerade uns als Team hilft so ein Eindruck sehr, da sie direkt die Erlebnisse eines neuen Spielern widerspiegeln, einer Spielgruppe in DS2, die wir natürlich unbedingt fördern wollen.

Ich hoffe mal, dass du weiterhin am Ball bleibst und man am Ende gemeinsam nach Lösungen suchen kann. Die werden sicher nicht von heute auf morgen kommen, daber wir werden es versuchen.
Lang lebe das Vasudanische Imperium!

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